Das Projekt
Jugendliche und junge Erwachsene, die gerade nicht zur Schule gehen, keine Ausbildung machen und nicht arbeiten, sind in einer speziellen Situation und verdienen besondere Aufmerksamkeit.
Diese Gruppe wird häufig als NEET (Not in Education, Employment or Training) bezeichnet. Ihre Lebenssituation, bisherigen Erfahrungen und Zukunftsperspektiven finden in Forschung, Praxis und Politik bislang oft zu wenig Beachtung.
Das Projekt ZAP widmet sich der NEET-Zielgruppe. Im Mittelpunkt steht die konsequente Beteiligung der Teilnehmenden: Wir binden sie früh und an wichtigen Punkten des Forschungsprozesses ein, damit ihre Anliegen und Perspektiven gehört und in konkrete Verbesserungen für Angebote und Strukturen übersetzt werden.
Ziele
Unser Ziel ist es, die Lebenssituation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ohne aktuelle Schul-, Ausbildungs- oder Erwerbstätigkeit umfassend zu verstehen.
Dafür erfassen wir systematisch Bildungs- und Ausbildungswege, Hürden im institutionellen und sozialen Umfeld sowie Faktoren, die bisher geholfen haben oder künftig unterstützen könnten.
Wir möchten nachvollziehen, wie Jugendliche und junge Erwachsene ohne Schule, Ausbildung oder Arbeit ihren Alltag erleben und ihre Zukunft sehen. Wir wollen sichtbar machen, was hilft und was bremst, und nachzeichnen, wie sich die Situation innerhalb eines Jahres verändert.
Daraus leiten wir konkrete Vorschläge ab, damit Angebote besser passen und schneller wirken – mit dem Ziel, dass die Perspektiven junger Menschen in Praxis und Politik stärker berücksichtigt werden.
Zielgruppe NEET
ZAP stellt junge Menschen, die nicht in Bildung, Ausbildung, oder Beruf sind [„not in education, employment, or training“ (NEET)] in den Mittelpunkt. Diese sind häufig mit großen Herausforderungen konfrontiert – darunter beispielsweise auch gravierende psychische Auswirkungen.1
Aktuelle Entwicklungen unterstreichen die Dringlichkeit, sich mit NEET-Personen gemeinsam mit ihrer Lage und potentiellen Verbesserungsmöglichkeiten auseinanderzusetzen:
Was wir machen
Unsere Studie ist qualitativ. Das heißt: Wir führen ausführliche Gespräche mit den Studienteilnehmenden und schauen genau hin.
Es ist eine Längsschnittstudie. Das heißt: Wir begleiten dieselben Jugendlichen über längere Zeit, mit mehreren Terminen in den Jahren 2026 und 2027.
Wir nutzen verschiedene Methoden:
- Narrative Interviews: Die Teilnehmenden erzählen von ihrem Leben und ihren bisherigen Erfahrungen in Bildung, Ausbildung und Beruf.
- Lebensgeschichtliche Zeitlinien: Eine Linie von links nach rechts. Darauf tragen wir gemeinsam mit den Studienteilnehmenden wichtige Ereignisse und Einflüsse ein.
- Sozialnetzwerk-Karten: Eine Übersicht über wichtige Personen. Sie zeigt, wer nah ist, welche Beziehung besteht und wie häufig der Kontakt ist.
- Voice Memo: Kurze Notizen der Jugendlichen/jungen Erwachsenen über ihren Alltag.
Diese visuellen Methoden nutzen wir in den Gesprächen und auch zwischen den Terminen. Sie helfen, die Erzählungen zu vertiefen. So sehen wir besser, welche sozialen Beziehungen das Leben der Jugendlichen prägen.
Danach fassen wir alle Informationen zusammen und vergleichen sie. Das nennt man eine integrative Analyse. Anschließend bereiten wir die Ergebnisse für verschiedene Zielgruppen auf: für die Praxis, die Öffentlichkeit und die Wissenschaft. Wir geben die Ergebnisse auch an alle Beteiligten zurück.
Für mehr Informationen zu den Erhebungsmethoden hier klicken.
Downloads zum Projekt
Literaturverweis
- Venkatesan, R. G., Karmegam, D., & Mappillairaju, B. (2024). Exploring determinants of school dropout across regions in India: a comprehensive meta-analysis. Journal of Computational Social Science, 7(2), 1665–1697. https://doi.org/10.1007/s42001-024-00285-4